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Orpheus Programm

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Orpheus Programm

Prim. Univ. Prof. Dr. Michael Musalek

Der Experte und Sprecher Prim. Univ. Prof. Dr. Michael Musalek ist der ärztliche Leiter des Anton Proksch Instituts, einer Gesundheitseinrichtung der VAMED. Das Orpheus-Programm wurde vor einigen Jahren am Wiener Anton Proksch Institut entwickelt, in erster Linie zur Behandlung von Suchtkranken. Es ist keine Alternative zu bestehenden Therapien (medikamentös, verhaltenstherapeutisch etc.), sondern eine Ergänzung, die den Betroffenen Stütze und vor allem Freude auf ihrem Weg in ein autonomes, selbstbestimmtes – sprich: suchtfreies – Leben gibt. Im Fokus stehen dabei nicht die Defizite oder Probleme der Betroffenen, sondern die Erfahrung von Lebensfreude und neuer Kraft. Der Name des Orpheus-Programms geht auf den gleichnamigen Sänger und Dichter aus der griechischen Mythologie zurück. Es heißt, sein Lied sei so schön gewesen, dass daneben sogar die Gesänge der Sirenen ihren Reiz verloren. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Orpheus-Programm in der Behandlung von Suchtkranken: Die Wirkungen von Suchtmitteln sind gut mit den Gesängen der Sirenen vergleichbar: Sie sind betörend schön und reizvoll – aber in letzter Konsequenz tödlich. Die beste Möglichkeit, der Verlockung zu entgehen, ist, etwas noch Schöneres, Reizvolleres zu schaffen, sodass die Sirenen/die Suchtmittel mit einem Mal nicht mehr so wichtig erscheinen. Ziel des Orpheus-Programms Suchtkranke auf den Weg zu einem “schönen Leben” zu bringen – das ist das erklärte Ziel des Orpheus-Programms. Was genau “schön” bedeutet, ist jedoch variabel: Was für den einen schön ist, muss für den anderen noch lange nicht schön sein. Aber auch: was heute für den einen noch schön ist, kann morgen für ihn nicht mehr so schön sein bzw. umgekehrt. Zudem können wir unsere Erlebnisfähigkeit verfeinern, sodass es uns möglich wird, auch dort Schönes zu erleben, wo wir früher noch unfähig dazu waren. Daraus folgt: Die Therapieziele des Orpheus-Programm sind individuell unterschiedlich. Sie werden von Therapeut und Patient gemeinsam überlegt und können sich im Laufe des Prozesses immer wieder ändern.

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