Asthma, COPD, was ist das?

09.09.2016
Atemschule in der Therme Wien Med 1

Asthma und COPD sind die häufigsten Lungenerkrankungen weltweit, allein in Österreich sind Hunderttausende betroffen. In den letzten Jahren hat sich das Spektrum der therapeutischen Möglichkeiten derart weiterentwickelt, dass neben der medikamentösen Therapie in Form von Sprays und Tabletten die nichtmedikamentöse Therapie ins Zentrum einer ganzheitlichen individualisierten Behandlung gerückt ist.

Wann muss ich an Asthma oder COPD denken?

Die Symptome Atemnot, Husten und Auswurf (AHA) lassen einen Arzt unmittelbar an Asthma oder COPD denken. Dann sollten Sie einen Lungenfacharzt konsultieren, der neben der Erhebung der Anamnese, einer körperlichen Untersuchung und eventuell einem Röntgen eine Lungenfunktion durchführen wird. Die Lungenfunktionsmessung ermöglicht einerseits die Differenzierung beider Erkrankungen, andererseits erfolgt eine Beurteilung über den Grad der Einschränkung.

Was sind die Unterschiede zwischen Asthma und COPD?

Asthma und COPD sind chronische Lungenerkrankungen, die in Ursprung und in der Folge auch betreffend der Symptomatik und Therapie sehr unterschiedlich sind (siehe Tab.1).

Der Ursprung des Asthma bronchiale liegt häufig in einer Allergie, die bereits im Kindesalter beginnt. Sie führt zu einer chronischen eosinophilen Entzündung der Atemwege, die einerseits zu einer plötzlichen krampfartigen Kontraktion der glatten Muskulatur führt, zusätzlich entstehen Umbauprozesse in den Bronchien, die zu einer weiteren Verengung führen. Seltener ist das Asthma, das im Erwachsenenalter beginnt, ebenso gibt es seltene Formen wie das anstrengungsinduzierte oder infektbedingstes Asthma.

Die COPD hat hingegen Ihre Ursache in der Regel durch Nikotinkonsum oder Passivrauch, seltener durch Umweltfaktoren. Die Erkrankung basiert auf einer neutrophilen Entzündung, die langsam voranschreitet und neben der Verengung der Bronchien auch zur Zerstörung der Lungenbläschen, dem Emphysem führen kann.

Krankheitsbild

Erste Symptome des Asthma können allergischer Schnupfen, Bindehautveränderungen oder Hautveränderungen sein, von Seiten der Lunge her ist es meist ein trockener Reizhusten, der typischerweise auch nachts auftritt. Es kommt durch Allergenbelastung zu einer anfallsartigen Verengung der Bronchien durch Kontraktion der glatten Muskulatur.

COPD schreitet schleichend voran! Die Patienten schränken unmerklich ihren Bewegungsradius ein, die Aktivität und Leistungsfähigkeit sinkt. Dann folgen erst die vermehrte Schleimproduktion, die vor allem in den Vormittagsstunden belastend ist und die Atemnot bei Belastung.

Ausprägungen

Die Einteilung des Asthma erfolgt anhand von Beschwerden (Anzahl der Asthmaanfälle/Bedarf an Notfallmedikation/Einschränkung der Aktivität), ebenso dient die Lungenfunktion zur Einteilung der Schweregrade. Im Vordergrund steht die Asthmakontrolle, also das Erreichen eines stabilen Zustands, in dem möglichst keine Notfallmedikation notwendig ist. Dann ist ein Asthmapatient ebenso leistungsfähig wie ein Gesunder.

Da COPD langsam fortschreitet kommen diese Patienten meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium zum Lungenfacharzt. Da die Zerstörungen der Bronchien und auch das Emphysem irreversibel sind ist hier das primäre ärztliche Ziel, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Behandlungsmethoden medikamentös

Das wichtigste Ziel bei allergischem Asthma ist die Allergenkarenz, also die Vermeidung der Inhalation von Allergenen. Dann bildet das inhalative Korticosteroid – ICS- die Basistherapie, in weiterer Folge können bronchienerweiternde Substanzen (langwirksame ß2-Rezeptor –LABA- und Muskarinrezeptor Antagonisten - LAMA) eingesetzt werden. Dazu kommen Antihistaminika und Leukotrienrezeptorantagonisten. Erst wenn dieses Armamentarium nicht wirkt, ist die orale Gabe von Kortison indiziert, in spezifischen Fällen helfen bei schwerem Asthma IgE Rezeptor- und IL5 Rezeptor-Antagonisten.

Die wichtigste Therapie der COPD ist die Nikotinkarenz und somit die Rauchentwöhnung. Dann beginnen wir mit der inhalativen Therapie der LAMA, dann folgt die Kombination aus LAMA und LABA, erst an letzter Stelle stehen die ICS.

Nichtmedikamentöse Therapien, mit speziellem Blick auf die VAMED Einrichtungen

Die pneumologische Rehabilitation ermöglicht Patienten mit Asthma und COPD, in Hinblick auf Atemnot, Aktivität und Leitungsfähigkeit einen großen Sprung zu machen. Die Basis ist die medizinische Trainingstherapie mit Betonung des Atemmuskeltrainings. Wir konnten bei hunderten Lungenkranken nachweisen, dass diese nach der Reha weniger Atemnot haben, Gewicht verlieren, leistungsfähiger sind, weniger oder gar nicht mehr rauchen und damit ihren Alltag wieder so gestalten können, wie das alleine durch medikamentöse Therapie nicht möglich wäre.

Unser Vorteil ist – wir nehmen uns Zeit!

Das geht nur in einem großen Team, in dem neben Ärzten Physiotherapeuten, Trainingstherapeuten und Ergotherapeuten das Hauptproblem - die Atemnot - in Angriff nehmen. Darüber hinaus gibt es eine Ernährungsberatung, psychologische Betreuung und eine Rauchentwöhnung. Im Gegensatz zu Akutkrankenhaus oder Ordination können wir uns wochenlang Zeit für Sie nehmen! In speziellen Schulungen erfahren Sie erstmals alle Details zu Ihrer Erkrankung, zu Wirkung und Nebenwirkungen Ihrer Therapie und lernen, wie Sie bei Atemnot handeln müssen. Das gibt Sicherheit und nimmt die Angst.

Pneumologische Rehabilitation ist in den VAMED Einrichtungen sowohl in stationärer (Rehaklinik Enns) wie auch ambulanter Form (Therme Wien Med) möglich. Der Vorteil der stationären Reha ist, dass Sie 24h einen Ansprechpartner haben. Der Vorteil der ambulanten Reha ist, dass diese berufsbegleitend und familienfreundlich durchgeführt werden kann. Diese Therapie kommt somit dem Ideal einer ganzheitlichen individualisierten Betreuung sehr nah und ist nebenwirkungsfrei.

 

 

Asthma

COPD

Atemnot

plötzlich

langsam progredient

Husten

Trockener Reizhusten, nachts

Produktiver Husten, morgens

Krankheitsbeginn

Häufig Kindesalter

> 40 Lebensjahr

Rauchen

kann Anfall auslösen

häufigste Ursache

Lungenfunktion

im anfallsfreien Zeitraum oft unauffällig

FEV1/FVC<70%

Peak-Flow

variabel

konstant

Übererregbarkeit der Bronchien

ja

selten

Kortisonwirkung

ausgeprägt

gering

Ursprung

eosinophile Entzündung

neutrophile Entzündung

Röntgenbild

meistens unauffällig

Anzeichen des Lungenemphysems

 

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Autor

Dr. Ralf Harun Zwick Therme Wien Med - Ambulante Pneumologische Rehabilitation

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