Arbeitsweise in der Rehabilitation

15.10.2016
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Eine Rehabilitation hat den Zweck, nach einer körperlicher Beeinträchtigung (etwa einem Unfall oder einem Schlaganfall) den Gesundheitszustand zu verbessern oder wiederherstellen, um eine Rückkehr in den Beruf und das gesellschaftliche Miteinander zu ermöglichen. Ziele der Rehabilitation sind dabei die Verbesserung der Lebensqualität und die Wiederherstellung von vorrübergehend verlorenen Fähigkeiten. Dem Patienten wird so das Rüstzeug mitgegeben, um den Alltag besser bewältigen zu können.

Um dies gewährleisten zu können, sollte eine Rehabilitation immer interdisziplinär angegangen werden. Laut Welt Gesundheitsorganisation (WHO) umfasst das sogenannte „Management der funktionalen Gesundheit“ nicht nur die Beurteilung der Gesundheit und das Durchführen von Therapien, sondern geht wesentlich weiter. Zu einer umfassenden Rehabilitation gehört auch das Erkennen von Potentialen, Defiziten und beeinflussenden Faktoren, die von Mensch zu Mensch verschieden sind, sowie die Planung, Durchführung und Evaluierung von notwendigen Therapieschritten.

 

Die Arbeitsweise in der Rehabilitation hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Nicht nur Ärzte, Pfleger und Physiotherapeuten sind in einer guten Reha-Einrichtung tätig, auch Massage- und Lymphtherapie, Ergotherapie, Psychologie, Diätologie, Logopädie, Sportwissenschaft, Orthopädietechnik und Sozialdienst stehen den Patienten zur Verfügung. Die Ärzte nehmen in diesem interdisziplinären Team die Koordinierung vor: Sie können und dürfen Begleiterkrankungen behandeln, kennen die Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Berufsgruppen im Reha-Team, entscheiden, welche Therapieschritte wann angebracht sind, planen den Ablauf, steuern und überschauen den Rehabilitationsprozess und überprüfen zum Schluss, ob das Ergebnis den ursprünglichen Zielen entspricht.

 

 

Während einer Rehabilitation wird stetig mittels objektiver Messwerte überprüft, ob auch ein Fortschritt stattfindet. Die Rehabilitationsziele orientieren sich in erste Linie an den Erwartungen des Patienten und an den Vorgaben des Operateurs. Ist trotz entsprechender Schritte keine Besserung festzustellen, oder treten sogar neue Probleme auf, wird die Strategie, die der Arzt anfangs festgelegt hat, neu überarbeitet und angepasst. Gegebenen falls muss eine Rückmeldung an den Operateur erfolgen. Die Vorgaben des Operateurs haben höchste Priorität.

Das wichtigste Credo für das Reha-Team: Alle Beteiligten am Reha-Prozess stehen in engem Informationsaustausch und verfügen zu jeder Zeit über denselben Informationsstand. Die Teambesprechungen sind hierfür eine wichtige Plattform. Zwischen dem Behandlungsteam erfolgt eine stetige Abstimmung der Behandlungsstrategie: wichtige Kontextfaktoren werden miteinander abgeglichen, stagnierende Fortschritte werden besprochen und allgemeine Fragen werden geklärt. Das Verständnis für die Bedürfnisse und Ziele aller Beteiligten am Behandlungsprozess ist für eine gute Kommunikation und die Qualität des Ergebnisses ausschlaggebend.

 

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AUTOR

Prim. PD. Dr. Michael Fischer Rehazentrum Kitzbühel & VAMED - Chief Medical Director

Hornweg 32 6370 Kitzbühel
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