Pflegeheim Neudörfl 2012
Presseunterlage für die Pressekonferenz vom 23.1.2009
Am Podium:
Landesrat Dr. Peter Rezar
Burgenländische Landesregierung
Mag. Gottfried Koos
Vorstandsdirektor VAMED AG
Mag. (FH) Gerlinde Werginz, MAS
VAMED Betriebsführung, Pflegemanagement
Mag. Angelika Hausenbiegl
ZENTAS, Zentrum für Alternswissenschaften, Gesundheits- und Sozialpolitikforschung
Pflegekonzept Neu - Pflegeheim Neudörfl
Statement LR Dr. Peter Rezar
Der medizinische Fortschritt, insbesondere bei der Behandlung schwerer Krankheiten und die verbesserten Lebensbedingungen haben die Zahl alter Menschen sehr stark ansteigen lassen.
Wir sind ja hier im Burgenland in einer spezifischen Situation:
Das Burgenland wird von Überalterung der Bevölkerung in den kommenden Jahren stärker betroffen als jedes andere Bundesland.
In 35 Jahren– wird die Zahl der über 80-Jährigen auf 28.000 und jene der über 85-Jährigen auf 14.000 Personen angewachsen sein.
Bei 30% der Hochaltrigen muss ein erheblicher Pflegebedarf angenommen werden. Ein nicht unbeträchtlicher Teil von Ihnen wird an einer Demenz erkrankt sein.
Der weitaus größte Teil der Pflege- und Betreuungsarbeit – in etwa 80% - wird von der Familie bzw. durch informelle Hilfsstrukturen geleistet, die verbleibenden 20% werden in einem unserer Pflegezentren wohnen.
Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals zuvor soviel in der Öffentlichkeit über dementielle Erkrankungen geredet wurde, wie jetzt. Ich erinnere daran, dass es bei Vorliegen einer dementiellen Erkrankung pauschale Zurechnung von Betreuungsstunden gibt. Dies wird dazu beitragen, dass die Diskrepanz zwischen Pflegegeldeinstufung dem tatsächlichen Betreuungsaufwand sich auflöst bzw. zumindest geringer wird. Wir haben demente Patientinnen und Patienten in fast allen burgenländischen Pflegeheimen
Hier in Neudörfl werden schwerpunktmäßig Patientinnen und Patienten betreut, die einen sehr hohen Betreuungsaufwand haben:
Psychiatrische Patienten, Gerontopsychiatrische Patienten und in letzter Zeit vermehrt Patientinnen und Patienten mit dementiellen Erkrankungen.
Acht von zehn dementen Menschen werden im privaten Umfeld betreut. Dies bringt Angehörige oft an den Rand der Leistungsfähigkeit.
Da pflegende Angehörige angesichts der Schwere der Erkrankung oft nicht mehr zur häuslichen Versorgung in der Lage sind, ergibt sich ein dringender Bedarf an der Entwicklung und Etablierung von neuen, angemessenen Wohn- und Betreuungsformen.
Die künftigen Aufgaben der Pflegeheime liegen, natürlich wie bisher, in der Versorgung dieser alten und hochbetagten Menschen, mit dem Ziel ihnen ein geeignetes Lebensumfeld zu schaffen.
Zusätzlich sind geeignete Angebote zur Bewältigung und Förderung der Aktivitäten des täglichen Lebens zu entwickeln und umzusetzen.
Es ist notwendig, ein ganzheitliches, den individuellen Bedürfnissen und der jeweiligen Tagesverfassung der Bewohner angepasstes Pflege- und Betreuungskonzept anzuwenden. Im Mittelpunkt des Pflegekonzeptes steht der Mensch mit seiner Biografie, seinen Kompetenzen und Ressourcen.
Ebenso wichtig wie ein Pflegekonzept ist die bauliche Gestaltung des Wohnumfeldes im Pflegeheim, weil dieses in engem Zusammenhang mit der Lebensqualität steht und mitbestimmend dafür ist, wie selbstständig ein Mensch im hohen Alter leben kann.
Das von der VAMED entwickelte Pflegekonzept ist eine konsequente Zusammenführung von bekannten Pflegekonzeptansätzen des In- und Auslandes nur mit dem Unterschied, dass diese in dieser Kombination noch nicht so umgesetzt wurden. Dies passiert nun erstmals im Burgenland.
Wesentliche Schwerpunkte dieses innovativen Ansatzes sollen neben dem salutogenetischen (Salutogenese: Gesundheitsentstehung“ ganzheitlich orientiertes Modell oder „Ursprung von Gesundheit“) und ressourcenorientierten (was schafft der Patient ) Pflegemodell auch die Einführung eines Hausgemeinschaftskonzeptes sein. Eine sinnstiftende Beschäftigung für alte, pflegebedürftige Menschen aber vor allem für psychiatrische Bewohner des Pflegeheims Neudörfl, wird mit einer eigenen Arbeits- und Beschäftigungstherapie sichergestellt werden.
Vorrangiges Ziel ist hierbei die individuelle Förderung der noch vorhandenen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Bewohner. Das zweite wesentliche Element dieses Modells ist die starke Ausrichtung auf die Mitarbeiter durch eine individuelle Mitarbeiterförderung mit gezielter Aus- und Weiterbildung.
Das Modell wird wissenschaftlich begleitet. Eine Präsentation erster Ergebnisse dieses zukunftsorientierten VAMED-Modells ist am Österreichischen Heimleiterkongress 2010, der erstmalig im Burgenland stattfinden wird, geplant. Ich bin sehr stolz darauf, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier in Neudörfl sich dem sehr ambitionieren Pflegemodell stellen. Die Erfahrungen, die hier gemacht werden, werden beispielgebend nicht nur für andere Bundesländer sondern auch international sein.
Rückfragehinweise:
Dr. Gerlinde Stern-Pauer
Amt der Burgenländischen Landesregierung Büro Landesrat Dr. Peter RezarEuropaplatz 1, 7000 Eisenstadt
Tel. 057-600 2467
gerlinde.stern-pauer@bgld.gv.at
Michael Heinrich, MBA
VAMED AG
Konzernkommunikation
Sterngasse 5, 1230 Wien
Tel. 01/60 127/611
michael.heinrich@vamed.com





